Stefan Hippel, Bildjournalist bei den Nürnberger Nachrichten und PHOTOPOOL-Mitglied hat den Film noch nicht ganz ausgemustert. Wenn er bei der täglichen Arbeit auch ständig das digitale Bild vor Augen hat, so wollte er auf den Geruch von Fixierbad doch nicht ganz verzichten. Seit 1995 hat er immer wieder Spanien besucht und dort religiöse Feste und Prozessionen fotografiert. Und jetzt ist endlich daraus eine Ausstellung entstanden. Fotografiert mit der gutem alten Leica M6 auf Schwarzweissfilm und handvergrößert im noch nicht eingemotteten Labor auf Barytpapier. Chapeau Stefan!
»Die Menschen ließen mich an ihren Festen teilhaben und gewährten mir Zugang zu ihren Hinterhöfen, um die Vorbereitungen zu beobachten. Bruderschaften luden mich ein, in der Karwoche ihre Häuser zu besuchen. Bei Wallfahrten teilten sie ihren Weg, ihr Essen, ihre Musik und ihre Tänze mit mir. Auf dem Jakobsweg konnte ich die Einsamkeit der Pilger in den grandiosen Weiten Spaniens sowie eine gewisse Entrückung bei ihrer Ankunft am Ziel in Santiago de Compostela fotografieren. Ich durfte erleben, wie zu Epiphanie der "Teufel" die Kirche betritt, wie Gläubige ein Versprechen einlösten, indem sie sich in einem offenen Sarg um eine Kirche tragen ließen. Fasziniert an allen Ereignissen hat mich die Hingabe und Ernsthaftigkeit, die sich mit einer speziellen Lebensfreude mischt. Dadurch werden ernste Rituale und Traditionen zu einem ausgelassenen Fest.«
Teufel & Heilige - Religiöse Feste in Spanien - fotografiert von Stefan Hippel. Eine sehenswerte Ausstellung im Nürnberger Kulturzentrum K4. Sie hängt noch bis 14.Mai, geöffnet von Mi. bis So. 13:00 bis 19:00 Uhr.

Dazu gleich noch ein Hinweis der eben einging:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,411795,00.html
Ein Artikel in Spiegel-Online, der sich mit der Rückbesinnung auf die Analoge Fotografie beschäftigt.
Kommentiert von: Thomas Geiger | 19. April 06 um 15:27 Uhr