Ein langer Tag geht zu Ende und ich
sitze wieder im Zug, zurück nach Franken. Heute ist Frank Boxler
(Bildmitte) gekommen und löst mich (rechts) am letzten PICTA-Tag ab. Zwei Tage
reichen! Nicht nur mir, sie würden meiner Meinung nach auch der
PICTA genügen. Die drei Tage entzerren den Besuch zwar etwas,
treiben aber den Stress und die Kosten nur hoch. Auch die Kosten für
die Besucher wurden durch den Verbund mit der Marketingmesse
drastisch nach oben katapultiert. Der klassische PICTA-Besucher
interessiert sich im Allgemeinen nicht so sehr für die Angebote
der Marketing Services, muss aber den Eintrit für beides
bezahlen. Und 28 Euro sind für einen kleinen Fotografen 'ne
Menge Holz (im letzten Jahr waren es 10 Euro). Da waren viele über
die Einladung von Aussstellern froh, die Ihnen eine VIP-Karte
zugeschickt hatten.
Bevor ich zum heutigen Tag komme, den ich dank Frank wenigstens ein bischen zum Umsehen nutzen konnte, noch ein kleiner Nachtrag zu gestern. Susanne Baumgarten ist plötzlich erkrankt (es war nicht der Caipi!) und musste ihr Standpersonal heute alleine lassen – wir wünschen Susanne auf diesem Weg gute Besserung!
Und dabei war heute richtig was los.
Schon am Morgen kam ich nicht vom Stand. Einer der ersten Besucher
war Dr. Stefan Hartmann, Chefredakteur von VISUELL (im Bild rechts
neben Anzeigenchef Sven Kadow), dem ich unbedingt unseren Blog zeigen
wollte, nachdem er im aktuellen Heft noch fragte: „Was ist ein
Blog?“ Nun freue ich mich drauf, dass er uns im nächsten Heft
vorstellen wird. Am Nachmittag hat ein Kurzbesuch am frequentierten
Stand von FREELENS (linkes Bild: In der Mitte in Action FREELENS Geschäftsführer Lutz Fischmann) zu einem Gespräch mit Kay Dohnke geführt,
wiederum Chefredakteur des FREELENS-Magazins. Dieser erfreute mich
mit der Absicht, im nächsten Heft das Thema Blogs zu
beleuchten. Wunderbar! Zwei Minuten hatte ich auch Bernd Czichon, den
Chef von PICTUREMAXX am Stand, um ihm zu zeigen, wie unsere
Internseite (neudeutsch das Backoffice) funktioniert, auf der die
Fotografen u.a. Statistiken abrufen können. Die
Downloadstatistik für unser APIS-System muss ich aber immer noch
von Hand erstellen, und das ist ärgerlich und vor allem nicht
zeitnah. Nachdem der Chef die Problematik erkannt hatte, gab es am
Abend gleich noch ein Gespräch mit einem der
PICTUREMAXX-Entwickler. Nun bleibt zu hoffen, dass das auch bald
automatisiert werden kann.
Gleich darauf ein fremdes Gesicht und doch ein bekannter Name. Bruno Schulz (delipix und Schulzundtebbe) war im OpenBC bei mir zwar als Kontakt eingetragen, ich hatte ihn aber noch nie getroffen. Das hat sich jetzt geändert und als eingefleischte Netzwerker haben wir unser zufälliges Treffen gleich intensiv genutzt. Genutzt hat dieses Treffen vielleicht auch der im Blog bereits erwähnten Photopoolerin Claudia Schmidt, die Ihre schönen Kochbilder bisher kaum vermarktet. Vielleicht klappts ja bald mit Delipixx.
Weiter gings mit nettem Besuch. Ute
Grabowski und Thomas Imo (Bild rechts), zwei Drittel von
Photothek schauten vorbei, in den letzten Jahren noch selbst
Aussteller, heute nur Besucher. Und siehe da, nach all dem Jammern
von gestern, meinte Ute doch tatsächlich:
„Wir jammern nicht!“
Hoho, das freut mich aber jetzt mal. Beim Nachfragen kam dann aber doch, dass auch Photothek über die Umsätze im redaktionellen Bereich eigentlich jammern müsste. Schön, das sie es nicht tun.
Von Ferne habe ich dann auch noch Andreas Trampe, Bildchef vom STERN (freundliches Winken), Rüdiger Schrader, Bildchef von FOCUS (hat uns nicht wahrgenommen) und Christian Pohlert, Bildchef der FAZ (kurzer Gruss im Vorbeigehen) gesehen, leider nicht bei uns auf dem Stand, aber macht ja nix, die Redaktionen der genannten sind treue Kunden.
Am Nachmittag habe ich mich jetzt wirklich mal selbst auf den Weg gemacht und bei den „Mitbewerbern“ vorbeigeschaut. Dabei sind mir einige schöne neue Namen aufgefallen: ACTIONPRESS hat schöne Bilder in die neue Tochter „BILDSTELLE“ gepackt. Ein netter Name, der nach eigenen Angaben im internen Brainstorming gefunden wurde. „Landesbildstelle“ wäre vielleicht noch schöner gewesen, aber wohl dann doch nicht so zutreffend. Noch sowas nettes: „SEHENSWERK“, die neu gegründete Royalty Free Bildagentur einer Wiesbadener Werbeagentur. In letzter Zeit ist immer häufiger zu beobachten, dass jemand Bilder eigentlich für den Eigenbedarf produziert, und das ruhende Kapital dann noch weiter vermarktet. Bisher nur bekannt als Syndication in den Verlagen. Zu diesem Thema ein weiterer interessanter Kontakt ergab sich zu „WELLNESSFOTO“, ursprünglich eine Agentur, die nur für Hotels Prospekte produzierte und nun merkt, das man dieses spezielle Angebot, gepaart mit Erfahrung und guten Möglickkeiten auch zu einer neuen Einnahmequelle machen kann. Es gibt also immer wieder neue Geschäftsideen.
So eine ist auch „SICHTWANDEL“, wieder entstanden aus einer Werbeagentur. Diesmal aus der Autostadt Wolfsburg. Die Chefin Insa Arndt verwendet in Ihrer Pressemitteilung doch tatsächlich den Begriff „Nachhaltigkeit“, den ich in dieser Branche noch nie gehört hatte. „SICHTWANDEL“ ist eine Senioren-Bild-Agentur, widmet sich der Generation 50+ und wird von mir in den nächsten Tagen noch extra vorgestellt, weil ich die Idee super finde. Und das nicht nur, weil ich in wenigen Jahren selbst zu der Generation gehören werde.
Überhaupt scheinen die
Nischenanbieter auf dem immer unübersichtlicher werdenden
Bildermarkt die größten Chancen zu haben, wahrgenommen zu
werden. Deshalb will ich jetzt auch mit unserem Standnachbarn meinen
Rundgang beenden. „MUSICPICTURES“ - hier ist der Name Programm,
und wieder eine Nische geschlossen. Dem Zulauf nach zu schliessen,
den ich bei unseren Nachbarn (den Berliner Helmut Baar -links- hatte ich
zufälligerweise auch an anderer Stelle schon erwähnt)
beobachtete, muss das zumindest bei den Fotografen ein ganz heisses
Eisen sein. Macht ja auch Spass in alten B B King, Janis Joplin oder
Jimi Hendrix Bildern zu schmökern. Und bei den Motiven hat man
wenigstens die Gewissheit, dass einem nicht morgen schon einer mit
besseren Bildern Konkurenz macht.
Ein allerletzter „Nischenanbieter“
sei mir noch erlaubt. Denn Achim Sperber präsentierte sich
wahrlich in einer Nische auf der PICTA, erstens weil er sich in einen
1m² Stand zwängte (siehe Bild), und zweitens weil er immer
noch Wert darauf legt, seine Reisebilder auf KB-Diamaterial
anzubieten. Die Szene lebt.















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