Ich schliesse mich heute mal dem Unispiegel an, der sich in seiner Onlineausgabe vom 3.5. mit Bewerbungsfotos auseinandersetzt und meint: "Da muss ein Profi ran"! - Na der Meinung bin ich schon lange! Da werden hunderte von Euros für Hochglanzbewerbungsmappen und Bewerbungsschulungen ausgegeben und wenn es dann ums Foto geht wird gespart. Oder wenn nicht gespart wird, dann geht man zum falschen Fotografen, dem beim Thema Bewerbungsbild nichts anderes einfällt, als: "Na, da machen wir Ihnen 'mal ein schönes Passbildchen..."
Doch dass man Frauen lieber maskulin fotografieren sollte, ist mir neu (Aber ich mach' ja auch nicht so viele Bewerbungsfotos). Das behauptet nämlich die Diplomsoziologin Anke von Rennenkampff in Ihrer Dissertation:
Die Mannheimer Diplomsoziologin Anke von Rennenkampff hat in ihrer Doktorarbeit herausgefunden, dass Kandidaten mit maskulinen Merkmalen bei Bewerbungen bessere Chancen haben - und das gilt auch für Frauen.
Das Foto oben rechts (der Spiegel-Darstellung entnommen) aus ihrer Untersuchung, das Modell "Personalchefs Favorit": Dezent hochgeschlossen - maskulineres Auftreten signalisiert offenbar Führungsstärke.
Aber auch die maskuline Bewerberin sollte nicht in den Passbildautomaten gehen, sondern sich Zeit für die Suche nach einem passenden Fotografen nehmen. Und auch mal reklamieren, wenn sie nur ein nettes Passbilchen bekommt.
Entscheidend ist auch, wie die Bewerber auf dem Foto schauen. Ein verkrampftes Lächeln wirkt ebenso abschreckend wie ein grimmiger Gesichtsausdruck. "Man sollte mit offenem Blick und freundlichem Ausdruck direkt in die Kamera gucken. Auf jeden Fall sollte der Hintergrund hell sein und keine störenden Lichtreflexe auf dem Foto zu sehen sein"
sagt ein Bewerbungsspezialist bei spiegel-online.
Ich bin jetzt schon gespannt wieviele Jobsucher sich mit dem Standard-Passfoto für den neuen Biometrie-Reisepass bewerben. Ohne Lächeln, frontal und mittig und flach ausgeleuchtet - eben wie man halt jetzt so ein "schönes Passbildchen" macht. Die Fotoinfotafel mit all den Beispielen (links ein Ausschnitt) gibt es bei der Bundesdruckerei
Bei Spiegel-online gibt es dazu noch weitere interessante Seiten:
- Bewerbungsfotos: Die Gunst des kantigen Kinns
http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,262041,00.html
- Bewerberhomepages: Susischaetzchen verprellt Personalchefs
http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,403970,00.html
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