Robbie Williams hat es nicht so mit den Fotografen. Wieder einmal gibt es restriktive Verträge, die Kollegen unterzeichnen sollen, um bei Konzerten zu fotografieren. Bei einem Auftritt in der "Wetten dass?" Show in Nürnberg vor einiger Zeit hatte er auch ein absolutes Fotografierverbot beim ZDF durchgesetzt. Jetzt hat aber erstmals eine Zeitung auf der Titelseite eine weisse Fläche gelassen. Respekt an die Dresdner Neuesten Nachrichten für diese Aktion. Hier ein Auszug aus einer Meldung des Hamburger Abendblattes:
Dirk Birgel, Chefredakteur der "Dresdner Neueste Nachrichten" hatte sich daher nach Williams' Tourauftakt am Montag in Dresden entschieden, den Platz des Fotos auf der Titelseite leer zu lassen. "Wir wollten damit ein Zeichen setzen", sagt er. "Solche Knebelverträge darf man nicht unterstützen."
DPA und ddp weigern sich inzwischen sogar, über die Konzerte in Textform zu berichten. Das lob ich mir, denn wenn die Großen nicht mitmachen, haben wir kleinen sowieso keine Chance, etwas zu bewirken. Vielen Dank an Oliver Fantitsch für den Hinweis und den Abendblatt-Link.
Dass sich wehren lohnt, zeigt auch noch ein anderes Beispiel. In der FreeLens Mailingliste haben sich heute Kollegen beklagt, dass nun selbst bei einer Akkreditierung für die Loveparade in Berlin am Wochenende ein Vertrag mit Abgabe aller Verwertungsrechte unterzeichnet werden muss. Nach einer Mail von FreeLens Vorstand Marco Urban an den Veranstalter mit dem dezenten Hinweis, dass man die 1500 Mitglieder darauf hinweisen wird, dort doch am besten gar nicht zu fotografieren, kam sofort eine Antwort:
...bei den an Ihre Kollegen verschickten Formularen ist uns bei den Fotoregelungen ein altes Formular aus den Zeiten vor 2003 beim kopieren reingerutscht. Natürlich ist es den Fotografen gestattet, die Fotos, die sie auf der Loveparade machen, auch zu verkaufen. Wir bedauern diesen Fehler sehr. Bitte informieren Sie Ihre Mitglieder, dass es sich bei Punkt 3 um eine einseitige Regelung handelt, die hinfällig ist...
Also 1. nicht alles gefallen lassen und 2. auf zur Loveparade (wusste gar nicht dass man sich dafür akkreditieren muss) und kräftig fotografieren.
So ganz spurlos scheinen die Aktionen gegen die Vertraege nicht am Management voruebergegangen zu sein, sonst wuerden sie nicht zu dieser PR Blase greifen:
http://www.presseportal.de/story.htx?nr=848593&firmaid=9617
Was unter "Eine Zusammenarbeit mit den deutschen Medien und Fotografen ist selbstverständlich erwünscht" zu verstehen ist mag sich jeder dann wohl selbst ausdenken. (Ist erwuenscht, wenn die Medien so spuren wie wir wollen???)
Kommentiert von: Oliver Fantitsch | 15. Juli 06 um 22:56 Uhr
Ich habe noch einen weiteren Eintrag zu dem Thema zu vermelden:
http://www.dasauge.de/aktuell/foto_film/e526
Danke David Seiler fuer den Tipp!
Thomas
Kommentiert von: Thomas Geiger | 17. Juli 06 um 22:51 Uhr
Hier äußern sich David Enthoven (Williams-Management) und Scumeck Sabottka (MCT Concerts) zu der Angelegenheit
http://www.musikmarkt-live.de/site/start.php3?bid=21031&ridtb=70&il=1&pid=2
Ich muss gestehen, dass ich beim Lesen der beiden Interviews nicht wusste ob ich lachen oder weinen sollte.
Kommentiert von: Ralph Pache | 18. Juli 06 um 15:46 Uhr