Nach Capture One und Aperture folgt heute der dritte Teil von Roberto Casavecchias Test der RAW-Konverter in der digit! vom Juni 2006. Heute ist Adobe an der Reihe:
Adobe Lightroom – viel Licht und wenig Schatten
Nach Apple hat auch Adobe eine Standalone-Lösung im Angebot, die wie Aperture mit Blick auf professionelle Fotografen konzipiert worden ist. Zurzeit ist es noch eine öffentliche Beta-Version, die aber schon jetzt einen stabilen und guten Eindruck hinterlässt. Lightroom ist dabei nicht etwa eine aufgemotzte Version des Adobe Camera RAW Plug-ins, sondern beinhaltet viele neue Funktionen, für den digitalen RAW-Workflow.
Damals beim Test gab es nur die Beta-Version für MAC, inzwischen ist Lightroom als Beta auch für PC erhältlich. Downloadbar bei labs.adobe.com und das natürlich in der Hoffnung, dass die User hier kräftig mitentwickeln.
Die Benutzeroberfläche von Lightroom wirkt aufgeräumt und übersichtlich. Es sieht zwar alles ein bisschen weniger „cool“ aus als bei Aperture, aber mit genügend Funktionen für einen ansprechenden RAWWorkflow. Lightroom ist hardwaremäßig
recht bescheiden und läuft auch auf einem PowerMac G4. Die offene Architektur ermöglicht, mittels SDK (Software Developers Kit), Drittanbietern neue Module und Funktionen zu realisieren, die in Lightroom als neue Bestandteile hinzugefügt werden können. Was den Preis von Lightroom betrifft, konnte Adobe noch keinen Betrag nennen und man wird bis zum Spätherbst warten müssen, bis die offizielle, finale Version auf den Markt kommen wird.Einfacher Aufbau mit 4 Hauptbereichen
Unter „Library“ werden Bilder verwaltet. Lightroom lässt es dem User offen, ob er z. B. seine Bilder in eine spezielle Library kopieren möchte oder nur ein Referenzfile mit Thumbnail und Index erstellen soll. So spart man viel Festplattenspeicher und kann Bilder verwalten, selbst wenn die entsprechende Harddisk nicht angeschlossen ist. Das „Develop“-Tool ist das eigentliche Herzstück von Lightroom. Hier befinden sich die Einstellungsmöglichkeiten für Weißabgleich, Belichtung, eine Tonwertkurve mit gesplitteten Schiebereglern für Lichter, Mitteltöne und Schatten und ein umfangreiches HSL (Hue, Saturation, Luminance). Color Tuning mit Einstellungen für alle Grundfarben gehört ebenfalls dazu, wie ein Grayscale-Mixer für die SWUmwandlung. Unter „Detail“ können Bilder geschärft werden und das Farb- sowie Luminanzrauschen unterdrückt werden. Alle diese Werte können global oder individuell, je nach Wunsch, in ein personalisiertes Preset abgelegt werden, das per Mausklick zur Verfügung steht. Unter „Slideshow“ kann man Bilder in kurzweiliger Form präsentieren mit vielen netten Funktionen, die dann auch noch als HTML-Format exportiert und auch im Web präsentiert werden können.
Das kann man dann im „Print“-Tool auch noch für die haptische Version der Präsentation machen, dort werden Kontaktbögen nach vorgefertigten oder eigenen Mustern erstellt und dann ausgedruckt.
Fazit
Adobe Lightroom ist ein verheißungsvolles Produkt. Natürlich wäre eine Stempel- und Healing-Brush-Funktion der Hammer gewesen, aber Lightroom soll ja nicht Photoshop ablösen und Adobe würde sich ins eigene Fleisch schneiden, wäre noch diese oder andere Funktion eingebaut. Die Qualität der RAW-Konvertierung ist für eine Beta-Version schon auf erstaunlich hohem Niveau und jetzt schon besser als Adobes Photoshop-Plugin „Camera RAW“.
Dabei lieben die meisten Kollegen schon ihr PS-RAW-Plugin und sind damit völlig zufrieden. Wenn sie nicht mal wieder ein Update vermissen und alles nicht funktioniert, nur weil sie eine neue Kamera gekauft haben. Also doch OPEN-RAW? Aber das ist ein anderes Thema. Also, Lightroom hat gute aber zum Teil noch verwirrende Funktionen, bei einer recht gut strukturierten Benutzeroberfläche und einer von Roberto Casavecchia als sehr gut bezeichneten RAW-Konvertierung. Der Preis ist noch nicht bekannt.
Beta Download Seite von Adobe
Homepage von Adobe
Die digit! Homepage
Der erste Artikel über Capture One
Der zweite Artikel über Apple Aperture
Roberto Casavecchia



















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