Heute Teil Vier der Serie, diesmal über einen eher etwas unbekannten Konverter - RAW Developer von Iridient Digital - derzeit in der Version 1.5.4 erhältlich, laut Roberto Casavecchia in der digit! vom Juni 2006 ein ausgereiftes Tool, das sich hinter den anderen nicht zu verstecken braucht. Und er ist mit 83,36 Euro außerdem noch der günstigste Kandidat im Test.
RAW Developer – last but not least
RAW Developer glänzt mit einer beispielhaft einfach gestalteten Benutzeroberfläche. Zwei schwebende Fenster-Menüs beinhalten sämtliche Funktionen und Informationen, die notwendig sind, um RAW-Bilder professionell und einfach zu verarbeiten. Das „Photo-Info“ Fenster enthält alle Angaben bezüglich Datum, Belichtung, Größe, Kamera, Brennweite etc. Das „Settings“ Fenster besteht aus 6 Menüs: Unter „In“ wird z. B. das ICC-Kameraprofil, der Arbeitsfarbraum, die Kontrastkurve, der Weißabgleich etc. eingestellt.
Der RAW
Developer ermöglicht es sogar, bestehende Kameraprofile zu modifizieren
und neu hinzuladen kann, etwas, was wohl die Konkurenten nicht können, was aber auch nur der High End Anwender braucht, denn wer hat schon die Möglichkeiten eigene Profile zu erstellen. Was wohl von weitaus größerem Interesse meines Erachtens ist, ist der nächste Punkt, nämlich die Umsetzung von Schwarzweiss-Entwicklungen. Irgendwo lieben wir doch alle (die es mal erlebt haben) noch den Duft von Fixierbad, oder?
Umfangreiche SW-Umsetzung integriert
SW-Fotografen kommen unter „B&W“ voll auf ihre Kosten. Hier kann man unter nicht weniger als sechs Methoden der SW-Umwandlung auswählen, darunter der beliebte und häufig von Profis verwendete Kanal-Mixer. Die Kontrastkurven-Steuerung unter „Curves“ ist besonders ausführlich ausgefallen. Hier können nicht nur die RGBKurve und die einzelnen Farbkanäle individuell verändert werden, sondern noch zusätzlich die LAB-Kurven in Luminanz und Farbanteil a +b bearbeitet werden. Im Eintrag „Adj“ kann man die Helligkeit in den Schatten, Mitteltönen und Spitzlichtern separat einstellen und noch zusätzlich den Farbton in den erwähnten Bereichen modifizieren.
USM- und Hybrid-Scharfzeichnung
Unter „SharpNR“ kann man RAW-Bilder nicht nur per USM, sondern auch noch „Hybrid“ schärfen. Im gleichen Fenster sind noch diverse Einstellungen zur Rauschunterdrückung und zur Eliminierung von so genannten „Hot und Dead Pixels“. Wahrlich sehr professionelle Einstellmöglichkeiten, die auch teureren RAW-Konvertern gut anstehen würden. Die Archivierungs-Fähigkeiten sind dagegen ziemlich eingeschränkt und ohne zusätzliche Software kommt man hier schnell an die Grenzen.
Fazit
Auch der RAW Developer hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Obwohl es mit knapp 88,- Euro (Anm. des Bloggers: laut Website 83,36 Euro) das günstigste Angebot im Test ist, brilliert es mit ausgefeilten Funktionen und wenig Schwachstellen. Für große Bildmengen ist es allerdings weniger empfehlenswert, da es praktisch keine vernünftigen Sortierungs- und Archivierungs-Tools aufweist.
Soweit die Einzelvorstellung der vier Programme. In einem fünften Beitag werde ich noch eine kurze Zusammenfassung bringen und die Links zu diesen und noch weiteren Raw-Konvertern. Mich hat es jetzt auch ein bischen gepackt und ich lese derzeit ein Buch aus dem dpunkt Verlag: "Die Kunst der Raw-Konvertierung". Da folgt dann in Kürze auch noch eine Buchbesprechung. "Schaun mer mal", wie lange ich noch jpeg fotografiere. ;-)
Homepage von Iridient Digital
Die digit! Homepage
Der erste Artikel über Capture One
Der zweite Artikel über Apple Aperture
Der dritte Artikel über Adobe Lightroom
Roberto Casavecchia

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