Wenn ich zur Zeit blogtechnisch etwas "inaktiv" bin, hat das nicht zu bedeuten, dass ich die Lust verloren habe. Ganz und gar nicht! Ich gehe derzeit aber mal wieder äußerst intensiv meiner eigentlichen Profession nach. Es entsteht ein Bildband über meine Heimatstadt und da geht es gerade in die Endphase - das kostet Kraft. Ich bitte um Nachsicht.
Nichts desto trotz muss ich aber natürlich an dieser Stelle auf die Weltmesse der Fotografie, die Photokina in Köln hinweisen, die morgen beginnt. Wer hingeht, dem sei empfohlen nicht nur der Technik zu frönen, sondern auch ein wenig in Kultur zu machen. Und wenn ich das schon empfehle, dann natürlich auch mit persönlichem Hintergrund: Petra Simon stellt derzeit im Rahmen der Internationalen Fotoszene in Köln aus.
Petra Simon
Wahrnehmung – Fotografien 2000–2006
Die Ausstellung zeigt Serien der Fotografin Petra Simon (*1953, lebt in Nürnberg) aus den Jahren 2000 bis 2006. Diese kleine Werkschau bietet die Chance, zu ergründen, was die experimentierfreudigen, ästhetisch zunächst so unterschiedlichen Arbeiten verbindet. Etwa das Gespür der Fotografin für Menschen und Situationen im öffentlichen Raum. Oder eben das immer wiederkehrende Spiel mit der Wahrnehmung
Petra wer? Das werden Sie jetzt sicher fragen. Petra Simon
ist eine gaaanz nette Kollegin aus Nürnberg, der ich auf diesem Weg mal mein Lob und meine Anerkennung aussprechen möchte. Kennen gelernt habe ich sie vor einigen Jahren auf der Fahrt zu einem Bildjournalisten Kongress des DJV. Damals machte sie gerade ihren ersten Schritt von der Dokumentarfotografin zur Künstlerin.
Eigentlich fotografierte sie in ganz Süddeutschland Berufsbilder
für einen Fachverlag der damaligen Bundesanstalt für Arbeit. Und dann entdeckte sie ihre künstlerische Ader. Es hat sich gelohnt. Wenn auch wohl bisher nicht in Euros ausgedrückt, aber was zählt das schon in der wahren Kunst. ;-)
Zum Beispiel zeigt die Serie „Verletzung“ (2004 - Bild 1 und 2) Menschen hinter zerkratzten Scheiben, wie sie zur Straßenbahn gehören. Der Fokus der Kamera liegt auf den so genannten Scratches im Glas – jetzt eine sichtbar gewordene Trennschicht mit Geheimbotschaften. Zwischenmenschliches spielt sich erst dahinter ab.
Dann gibt es noch die "Park-Kollektion“ aus dem Jahr 2004 (Bild 3 und 4), Bilder in denen durch Unschärfe alle Details gelöscht sind und nur kräftige Farbflächen bleiben:
Das Wiedererstehen der Parks und ihrer Spaziergänger erfolgt durch die Betrachtenden selbst, durch Erinnerungen und Vorstellungskraft.
Und als neuestes Projekt entstand im Jahr 2006 "Unter Göttern" (Bilder 5 und 6). Dabei fotografierte Petra Simon Besucher im Pantheon in Rom: Touristen, die in den Fotos selbst zu Skulpturen werden. Damit ist Petra Simon wieder in der Dokumentarfotografie gelandet, wenn auch auf eine ganz andere Weise.
Die Ausstellung ist zu sehen in der Fotoschule-Koeln, Moselstraße 4, vom 23.09. - 20.12.2006, geöffnet jeweils Montag bis Freitag 18.30 - 19.30 Uhr und am Special Weekend, 29.9. 10-22 Uhr, 30.9. 10-20 Uhr und 1.10. 11-14 Uhr. Die Ausstellung wir übrigens auch kuratiert von einem Nürnberger: Michael Pfisterer.
Infos zu Petra Simon unter www.fototext.de
Infos zur Austtellung bei der Fotoschule-Koeln


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