Und gleich noch ein Nachtrag zum Thema Axel Springer AG Honorarregelungen. Der Gesamtvorstand des DJV (Deutscher Journalisten Verband) hat auf seiner Sitzung am 30. Januar 2007 eine Resolution zum Thema Springer Honorarbedingungen verfasst und veröffentlicht:
Resolution des DJV-Gesamtvorstands zu den
neuen Honorarbedingungen der Axel Springer AG im Wortlaut:Die Axel Springer AG hat neue Honorarbedingungen verfasst, Bedingungen, die die freien Journalisten des Verlags deutlich schlechter stellen als bisher. Wir protestieren gegen diese erneute Benachteiligung unserer freien Kolleginnen und Kollegen. Einmal mehr sollen sie nach Willen eines Verlags zurückstecken, Honorare einbüßen, Rechte verlieren. Einmal mehr sollen sie sich der wirtschaftlichen Macht eines Unternehmens beugen, einmal mehr wird die Abhängigkeit der Freien von einem großen Auftraggeber ausgenutzt.
Die "angemessene Vergütung", die Urhebern gesetzlich zusteht, gewährleisten die neuen Honorarbedingungen der Axel Springer AG nicht.So sehen sie vor, dass
- die Mehrfachnutzung von Texten und Fotos ohne zusätzliche Vergütung erfolgen kann, dies gilt auch, wenn Texte und Bilder für Werbe- und Marketingzwecke genutzt werden.
- die Axel Springer AG sich Rechte einräumen lässt, die sie nicht braucht, die den freien Journalisten aber bei einer Mehrfachverwertung fehlen. Der Verlag lässt sich zudem Rechte einräumen, die die Freien bereits an die Verwertungsgesellschaften abgetreten haben.
- die Zeitschriften des Axel Springer-Verlags das ausschließliche Recht an den Beiträgen der Freien erhalten. Die freien Kolleginnen und Kollegen werden zum Lizenznehmer ihrer eigenen Werke.
- der Vertrieb an und durch Dritte ohne zusätzliche Vergütung erfolgen kann.
den Freien bei Abdruck ihrer Fotos und Texte kein Recht auf die Urhebernennung zusteht.
- Honorare erst sechs Wochen nach Eingang der Rechnung/nach Veröffentlichung des Textes oder Fotos gezahlt werden müssen.Axel Springer hat seine Honorarbedingungen auf Kosten der Freien runderneuert. Die freien Journalisten aber brauchen bessere und nicht schlechtere Arbeitsbedingungen, höhere statt niedrigere Honorare, mehr statt weniger Rechte. Ein erfolgreiches Unternehmen wie Axel Springer, das ständig neue Rekordgewinne einfährt, muss sich seiner sozialen Verantwortung gerade auch für seine freien, mit hohen sozialen Risiken arbeitenden Mitarbeiter stellen. Es muss Verantwortung zeigen und für angemessene Arbeitsbedingungen sorgen. Deshalb fordern wir, dass die Axel Springer AG ihre Honorarbedingungen umgehend ändert und die Rechte und die angemessene Vergütung ihrer freien Journalisten umfassend sichert. Der DJV wird mit vielfältigen Mitteln gegen die Knebelbedingungen der freien Journalistinnen und Journalisten vorgehen.
DJV-Gesamtvorstand
Beim DJV ist auch ein Musterschreiben hinterlegt, mit dem man bei Springer widersprechen kann:
Gleiches kann man natürlich auch bei FreeLens bekommen.
Jetzt warte ich nur noch auf ver.di.
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